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Infektionen der Harnwege und die Entzündung der Harnblase sind Erkrankungen, die aus anatomischen Gründen hauptsächlich Frauen betreffen. Der Weg für das Bakterium ist zwischen der Harnblase und der Öffnung der Harnröhre bei der Frau viel kürzer als beim Mann – bei der Frau entfallen die berühmten durchschnittlichen neunzehn cm Harnröhre, eine Wegstrecke oder Penislänge, die der körpereigenen Abwehr fehlen um Bakterien und Erreger zu eliminieren.
Die Harnblase steht in Verbindung mit den nervösen Zentren (Sympathikus, Parasympathikus, Bewusstes und Unbewusstes) und den Organen der oberen Harnwege (Nieren und Harnleiter) und kann deshalb zum „Sprachrohr“ für andere Probleme sein. Harnblase und Nieren sind die „Organe der Angst“ und reagieren auf gefühlsbetonte Probleme des täglichen Lebens ebenso schnell wie auf die Probleme mit dem anderen Geschlecht. Wer sich immer wieder Blasenentzündungen holt, sollte auf warme Unterwäsche achten und warme Socken tragen.
Der Nierenmeridian entspringt an der Fußsohle und regagiert empfindlich auf Nässe und Kälte. Mit dem Verlauf des Nierenmeridians steigen auch die Beschwerden in den weiblichen Unterleib. So bilden Nieren und Blase eine Partnerschaft. Ein unterkühlter Unterbauch ist anfälliger für Bakterien, verbraucht zur Verdauung viel mehr Energie, die dann an anderer Stelle fehlt und ebenso unterkühlt ist das emotionale Gefühlsleben.
Die Anzeichen sind bekannt: häufiges Wasserlassen, Brennen in der Harnröhre, Schmerzen oberhalb des Venushügels – besonders nach dem Wasserlassen, falsches Pinkelbedürfnis (jedes mal nur wenige Tropfen). Bei aufsteigender Infektion schmerzt die Nierengegend und Fieber entsteht. Von einer Harnwegsinfektion ist die Rede, wenn mehr als 100.000 Kolonien des gleichen Erregers in der Urin-Kultur gewachsen sind. Auch der ph-Wert des Urins ist aussagekräftig. Bei den meisten Blasenentzündungen ist der ph-Wert zu basisch, er liegt über 7,5.
Goldrute (Solidago virgaurea und canadensis). Obgleich vorrangig als Nierenkraut geführt, passt sie zu den typischen Frauenleiden, denn in den Nieren ist das Gefühlleben lokalisiert. Emotionen, Aufregungen, Reaktionen und Sehnsüchte – was die Gegebenheiten eines Tages so mit sich bringen – lagern sich in den Nieren ab. Mütter tun gut daran, allmorgendlich auf nüchternen Magen 15 Tropfen Solidago-Tinktur zu nehmen. Goldrute kräftigt die Nieren und verleiht emotionale Ausdauer.
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Von Heidelbeeren und Preiselbeeren werden die Blätter verwendet. Als Mittel gegen Zuckerkrankheiten fördern sie die Ausscheidung von Harnstoff – sie tun sich besonders hervor im Kampf gegen Colibakterien – und begünstigen die Durchblutungen und regen die Darmtätigkeiten an. Auch als Beerensaft köstlich im Geschmack und die Teeform gibt es im Kräuterladen.
Orthosiphon, der indische Nierentee, stammt aus der Familie der Lippenblütler und aus seinen Blättern wird Nierentee aufgebrüht. Der Tee fördert die Ausscheidung von Harnstoff, treibt den Harn, wirkt leicht krampflösend und desinfiziert die Harnwege. Gut geeignet für akute und chronische Leiden der Nieren, weil eine sanfte Durchspülungstherapie bei Neigung zur Steinbildung angesagt ist.
Nahrungsmittel für und wider bei Blasenentzündungen.
Bei Blasenentzündung sollte auf säureproduzierende Nahrungsmittel, fleischhaltige Nahrungsmittel, weißes Mehl, Zucker, Kaffee und auf Fette verzichtet werden. Anders gesagt, auf Fleisch, Schalentiere, Sardinen, Konserven, Kaffee und Zucker in jeder Form. Was tut gut? Dagegen sind Rüben gut, weil sie Harn treibend wirken, Harnsteine auflösen und belebend sind. Dazu Roggen zur Bekämpfung von Entzündungen der Harnwege und Lauch wegen seines Reichtums an alkalischen Salzen und seiner keimtötenden, harntreibenden und abführenden Wirkung.
Cantharis, die homöopathische „spanische Fliege“
Wenn Nieren- und Blasenreizungen fehlen – ist der Ölkäfer mit dem blaugrünen Schimmer selten angezeigt. Charakteristisch sind akuteste, heftigste Entzündungen mit Brennschmerz an Haut, Schleimhaut und Serosa (noch eine Hautschicht tiefer), dabei größte Empfindlichkeit gegen Berührungen infolge von Nervenüberreizung, speziell im Wirkungskreis des Vagusnerves (Parasympathikus). Die Homöopathie beschreibt das Heilmittel folgerdermaßen: Ängstliche Ruhelosigkeit, die in Wut endet. Cantharis ist heilsam bei stark entzündeten, plötzlich auftretenden Erkrankungen. Starke Schmerzen in der Lendengegend mit schmerzhaftem Harnzwang. Blasen bildende Schmerzen, brennen, jucken und anschwellen, was sich immer weiter ausbreitet nach Mückenstichen (Ledum) als entzündliche Schwellung. Erkrankung der Harnorgane mit brennenden, schneidenden Schmerzen. Entzündungen an der äußeren Haut mit Blasenbildung. Neuralgie von Kopf und Gesicht durch Erkältung, mit lautem Schreien und Muskelzucken. Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Feindlich zu Cantharis ist Coffea. |
Bild: Goldrute
Bei Altersblasenschwäche hat sich die Mischung bewährt aus je 20,0 ml Alchemilla Ø ( Frauenmantel ist hormonell wirksam und bindegewebskräftigend), Sabal serrulatum Dil D2 (Sägepalmenblätter zum Abschwellen der Harnröhre), Solidago virgaurea Ø (Goldrute unterstützt die Nierentätigkeit), Populus tremula Ø (Zitterpappel bei Blasenschwäche und Prostata), Sepia Dil D8 (Tintenfisch bei unfreiwilligem Harnabgang) und/oder ergänzend Conium Dil D6 (Schierling bei Blasenlähmungen alter Leute). Drei bis fünfmal täglich werden 20 Tropfen in Schafgarbentee eingenommen.
Anmerkung: Mehr Infos und Text zu den Themen Kräuterheilkunde und Astromedizin gibt`s unter www.Traudl-Walden.de
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