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Sie kennen vielleicht die Situation: Sie haben sich gerade ein Lernthema erarbeitet und wollen das Ganze- damit es wirklich „sitzt“- noch einmal wiederholen. „Ich will aber jetzt mit Dir spielen!“ zetert ungeduldig Ihr Nachwuchs und Sie -ganz schlechtes Gewissen- erheben sich unvollendeter Dinge vom Schreibtisch.
Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Denn effizientes Lernen braucht ungestörte Zeit. Deshalb führen Sie am besten gleich zu Beginn Ihrer Ausbildung ein Familiengespräch und erklären allen Mitgliedern, dass Sie ungestörte Zeit brauchen, um Ihr Ziel zu erreichen. Beziehen Sie dabei auch Personen ein, die ggf. für die Betreuung der Kinder oder als Haushaltshilfe in Frage kommen: Oma, Opa, Freundinnen…
Feste Regeln helfen allen Beteiligten:
1. Erklären Sie, wie lange dieser Zustand voraussichtlich dauern wird und dass er um so schneller beendet ist, je mehr Sie sich Zeit dafür nehmen können.
2. Machen Sie allen Beteiligten die Vorteile für die Familie deutlich, z.B. „Wenn die Mama die Prüfung hat, kann sie selbstständig arbeiten und sich viel Zeit für Euch Kinder nehmen.“
3. Richten Sie feste Zeiten ein, in denen Kinder definitiv nicht stören dürfen. Halten Sie diese Zeiten von Anfang an konsequent ein. Fixieren Sie Zeiten, in denen Sie sich voll und ganz den Kindern widmen. Das Wochenende sollte ganz der Familie gehören.
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4. Suchen Sie gemeinsam nach sinnvollen Beschäftigungen für die Kinder in der Zeit, in der Sie lernen. Für die jüngeren Kinder ggf. eine Betreuung organisieren. Tun Sie sich mit Kommilitonen zusammen, die auch Kinder haben und übernehmen Sie abwechselnd die Betreuung aller Kinder. So kann derjenige, der gerade „frei“ hat, die Zeit zum Lernen nutzen.
5. Teilen Sie auch die im Haushalt anfallenden Arbeiten mit Partner und den Kindern. Gerade Mütter haben oft einen „Hang zur Perfektion“ und fühlen sich als Rabenmutter, sobald Kinder einmal nicht im frisch gebügelten T-Shirt in die Schule gehen.
6. Da Ihre Zeit bereits vor Beginn der Ausbildung ausgefüllt war und durch die Notwendigkeit des Lernens Zeit gebraucht wird, ist es nur logisch, etwas anderes weg zu lassen. Bevor Sie eine konkrete, schriftliche Zeitplanung erstellen, analysieren Sie für sich, was Ihnen gut tut. Streichen Sie weniger wichtige Aktivitäten und Dinge, die Ihnen Energie rauben.
7. Wichtig: Planen Sie Zeit zum Ausruhen ein. Denn die Weiterbildung ist eine Belastung für Ihre Gesundheitsressourcen, die Sie immer wieder auffüllen müssen. Suchen Sie Aktivitäten, die Sie in Bewegung und an die frische Luft bringen, die Ihnen und den Kindern Spaß machen.
8. Versuchen Sie, diese Zeit nicht als Begrenzung, sondern als Chance wahrzunehmen: Denn haben Sie die Prüfung geschafft, können Sie sich darüber freuen, dass Ihre Kinder selbstständiger geworden sind und Sie anstatt zu lernen mehr Zeit für sich selbst haben.
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