Wozu überhaupt eine Hausschrift?
Neben dem Logo und den Hausfarben trägt die Schrift, die Sie für Ihre Werbemaßnahmen verwenden, ganz wesentlich zur Unverwechselbarkeit Ihres Unternehmens bei. "Einsteiger" in Sachen Werbung unterschätzen die Bedeutsamkeit der Schrift oft. Große Unternehmen dagegen lassen sich sogar exclusiv eigene Schriften von Typographen entwerfen.
Wie sehr eine Schrift die Corporate Identity eines Unternehmens prägt, wird Ihnen schnell bewusst, wenn Sie an "gefälschte" Firmennamen/Logos denken. So zum Beispiel gibt es oft T-Shirts mit witzigen Wortspielen, wo zwar der Text geändert wurde, die Schrift aber sofort einer bestimmten Marke zugeordnet wird. Denken Sie nur an NIVEA, CocaCola, Puma etc.. Egal welches Wort sie lesen, die Schriftart wird Sie sofort an die jeweilige Marke denken lassen.
Antiqua oder Grotesk? Oder doch lieber Schmuck?
Grundsätzlich werden Schriften in drei große Gruppen unterteilt. Die Antiqua-Schriften - umgangssprachlich auch Serifenschriften genannt. Die Grotesk- bzw. serifenlosen Schriften und die Schmuck- und
Zierschriften.
Als "Serifen" bezeichnet man die kleinen Endstriche oder "Füßchen" eines Buchstaben. Diese bilden eine horizontale Linie, an der sich das Auge orientieren kann. Die größere Komplexität der Zeichen ist gerade nicht, wie oft vermutet wird, lesemindernd, sondern steigert ihre Unterscheidbarkeit. Bei der Lesbarkeit kommt es nämlich nicht auf die Einfachheit, sondern auf Eindeutigkeit der Zeichen an. Daher eignen sich Serifenschriften besonders für gedruckten Mengentext z. B. in Büchern oder Artikeln.
Bei Postern, Plakaten, Schildern etc. dagegen kommt es auf die Fernwirkung an. Es ist wichtig, dass die Schrift auch auf größere Entfernung gut lesbar ist. Hier verwendet man der größeren Klarheit wegen eher Groteskschriften. Aber auch zur Darstellung von größeren Textmengen am Computerbildschirm wird oftmals eine serifenlose Schrift bevorzugt. Das hängt mit der im Vergleich zur Druckmaschine geringen Bildauflösung der Monitore zusammen. Hier werden Serifen vom Auge eher als störend empfunden und behindern den Lesefluss.
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Sogenannte Schmuckschriften gibt es in Hülle und Fülle und für jedes Thema und jeden Anlass. Sie eignen sich allerdings nur für Überschriften oder zum Hervorheben einzelner Wörter und sind für Fließtext ungeeignet.
Die Qual der Wahl.
Für welche Schrift Sie sich entscheiden, hängt also zuerst einmal davon ab, welche Medien Sie bevorzugt für Ihre Werbung nutzen wollen. Wenn Sie vorwiegend im Internet werben möchten, sollten Sie sich für eine Groteskschrift entscheiden. Hier ist auch wichtig eine Schrift zu verwenden die zur "Grundausstattung" eines Computers gehört, also eine Schrift, die nicht zusätzlich gekauft oder auf den Rechner geladen wurde. Nur so kann man sicher sein, dass möglichst viele User die Schrift auch so sehen wie Sie das haben möchten. Andernfalls müssen Sie die Schrift immer in Grafiken umwandeln lassen, damit sie auch auf allen Rechnern richtig dargestellt wird. Und das ist umständlich und teuer.
Für Drucksachen sind beide Schriftgruppen geeignet. Hier ist vor allem die Schriftgröße ausschlaggebend. Gut lesbar ist eine Schrift ab einer Größe von 10 Punkten. Besser sind 12 Punkte. Leser mit Sehschwäche werden Ihnen die Verwendung einer etwas größeren Schrift danken.
Wichtig für ein einheitliches Erscheinungsbild ist vor allem, dass sie sich für eine Schriftart entscheiden. Von dieser sollten allerdings möglichst mehrere "Schriftschnitte" d.h. fett, kursiv, schmal etc. zur Verfügung stehen. So können Sie Abwechslung ins Schriftbild bringen, Wichtiges hervorheben und trotzdem wird das Gesamtbild homogen und ruhig wirken.
Linksbündig, zentriert oder Blocksatz.
Bei Mengentext stellt sich die Frage, wie der Text angeordnet sein soll. LInks- oder rechtsbündig. Zentriert oder im Blocksatz (d. h. auf beiden Seiten bündig). Das ist in erster Linie eine Frage des Geschmacks und der Gestaltung. Beim Blocksatz ist allerdings darauf zu achten, dass hier der Text meist manuell nachbearbeitet werden muss, weil sonst leicht Lücken im Text entstehen die als unschöne "Löcher" ins Auge fallen. Haben Sie sich für einen Satz entschieden, sollte der in allen Publikationen beibehalten werden um Ihr Corporate Design zu wahren.
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Emotionen transportieren
Wenn Sie sich auf der Suche nach Ihrer Hausschrift machen, prüfen Sie, welche emotionale Wirkung eine Schrift auf Sie hat. Ein Text kann unterschiedlichste Zwecke erfüllen. Entsprechend seiner Aufgabe wird er in einer dazu passenden Schrift gesetzt. Als Heilpraktiker werden Sie vermutlich eine Schriftart wählen, die mit Begriffen wie Menschlichkeit, Offenheit, Naturverbundenheit, Wärme, Freundlichkeit, Gesundheit, Wohlfühlen in Verbindung gebracht wird.
Die Farben
Auch die Schriftfarbe ist von großer Bedeutung. Als naturverbundener Mensch wissen Sie um die Wirkung der Farben auf Psyche und Körper und die Energien, die verschiedene Farben übertragen. Sammeln Sie Begriffe, die zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Tätigkeit und Ihrer Person passen und überlegen dann, welche Farben Sie damit in Verbindung bringen.
So bilden Ihr eigenes Farbsystem, Ihre Hausschrift, Ihr Logo und ein spezifisches Gestaltungsraster Ihre ganz persönliche Corporate Identity, welche die Vorzüge Ihres Unternehmens hervorhebt und es von anderen abgrenzt. Kurz: Ihren Weg zum Erfolg.
Autorin
Anna Maria Hinds
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