Impfung Grundwissen

Unter Impfung versteht man eine vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Begriffe Antigen bzw. Antikörper zu kennen. Antigene sind körperfremde Strukturen z.B. Oberflächenstrukturen von Krankheitserregern oder von Toxinen. Antikörper sind Proteine (Eiweiße), die vom Immunsystem als spezifische Reaktion auf bestimmte Antigene produziert werden. Antikörper (Immunglobuline) können aufgrund ihrer Struktur an bestimmten Antigenen andocken. Die Kombination aus Antigen und Antikörper stellt für das Immunsystem das Signal zum Angriff dar (Phagozytose). Die Antikörper sind quasi die Leuchtmarker für körperfremde Strukturen.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einer Passivimpfung und einer Aktivimpfung. Bei einer Passivimpfung werden dem Impfling Antikörper gegeben. Die Schutzwirkung tritt sofort ein, hält jedoch nicht unbegrenzte Zeit an, da sich die Antikörper aufbrauchen und vom Körper nicht nachgebildet werden. Bei der Aktivimpfung werden abgeschwächte, abgetötete oder fragmentierte Krankheitserreger oder deren Toxine in den Körper eingebracht. Die Schutzwirkung tritt erst dann ein, wenn das körpereigene Immunsystem entsprechende Antikörper gebildet hat. Die Wirkung der Aktivimpfung ist lang anhaltend, da Antikörper jederzeit wieder nachproduziert werden können. Bei einem Kombinationsimpfstoff wird die aktive und passive Impfung kombiniert z.B. gegen Tollwut.
Bei einer Mehrfachimpfung werden die Impfstoffe gegen verschiedene Infektionskrankheiten kombiniert z.B. MMR-Impfung (Aktivimpfung) gegen Mumps, Masern und Röteln. Sehr bekannt ist auch die Sechsfachimpfung gegen Kinderlähmung (Polio), Diphterie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Haemophilus influenzae sowie Hepatitis B. Eine Aktivimpfung kann übrigens erst ab dem 12. Lebensmonat durchgeführt werden, da im ersten Lebensjahr im Blut des Säuglings noch vorhandene mütterliche Antikörper den Impfstoff neutralisieren können.

Das Thema Impfung wird seit langem sehr kontrovers diskutiert. Sowohl Impfgegner als auch die Befürworter von Impfungen bringen gewichtige Argumente zur Sprache. Im Zusammenhang mit einer Impfung kann außer einer Impfreaktion auch noch eine Impfkomplikation, eine Impfkrankheit oder ein Impfschaden auftreten. Folgende Symptome zählen zu einer „normalen“ Impfreaktion: schmerzhafte Injektionsstelle, Rötungen oder Schwellungen um die Einstichstelle, Fieber. Unter einer Impfkomplikation versteht man eine vorübergehende, therapiebedürftige Erkrankung z.B. eine Thrombozytopenie nach Masern-Mumps-Röteln Impfung. Bei einer Impfkrankheit bricht die geimpfte Infektionskranheit aus z.B. Impfmasern durch abgeschwächten Lebendimpfstoff. Ein Impfschaden wird im Infektionsschutzgesetz IfSG folgendermaßen definiert:
„Die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung. Ein Impfschaden liegt auch vor, wenn mit vermehrungsfähigen Erregern geimpft wurde und eine andere als die geimpfte Person geschädigt wurde.“
Antigen und Antikörper
Abkürzungen:
aP Pertussis (Keuchhusten)
D oder d Diphtherie
DT oder Td Diphtherie/Tetanus Kombinationsimpfstoff
HB Hepatitis B
Hib Haemophilus influenzae Typ b
IfSG Infektionsschutzgesetz
IPV Poliomyelitis (Kinderlähmung)
PEI Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera und Impfstoffe
RKI Robert-Koch-Institut
STIKO Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut
T Tetanus (Wundstarrkrampf)
Tbc Tuberkulose
Die Inhalte der Texte sollen an Ihren Bedürfnissen orientiert sein. Deshalb: teilen Sie uns Ihre konstruktive Kritik, Ihre Wünsche und Anregungen oder wie es Ihnen beim Umsetzen der Vorschläge ergangen ist, mit.

Senden Sie Ihre Mail an
info@heilpraktikerabc.de.
Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!
  PLZ