Lernen und behalten

Wer sich für die Prüfung zum/zur Heilpraktiker/in vorbereitet, hat ein immenses Pensum an Lernstoff zu bewältigen. Die Schulzeit liegt meist schon länger zurück, so dass Frau/Mann es auch nicht mehr gewöhnt ist, sich unbekannte Sachverhalte anzueignen und zu merken. Die folgenden Tipps sind dabei hilfreich:

Bewusst anfangen:

Unser Gedächtnis ist viel aufnahmefähiger, wenn man sich die Bedeutung dieser Aktivität bewusst macht („Ich will am …die Prüfung bestehen“) und sich darauf konzentriert, Gelesenes als dafür zielführend zu behalten. Ein nützliches Ritual ist, eine hemi-sync-cd einzulegen. Diese CDs verbinden beide Gehirnhälften. Mehr dazu unter hemi-sync

Vom Großen in’s Detail:

Haben Sie erst einmal den Überblick über ein Thema, fällt es viel leichter, Teilbereiche zu gliedern und Prioritäten festzulegen, wofür Sie mehr, bzw. weniger Zeit brauchen. Z.B. Übergeordnetes Thema „Herz“, mögliche Unter-Themen : Aufbau, Funktion, Erkrankungen, Diagnostik, Therapie, mögliche Prüfungsfragen.

Aufschreiben:

Alles wirklich Wichtige aus den Skripten/ Büchern sollte man sich selbst noch zweimal aufschreiben. Zuerst in Form von Notizen beim Lesen, später als thematische Zusammenfassung. Günstig ist es, sich für die Erstnotiz einen Block anzulegen, aus dem man dann alle Seiten wieder herausreißen und wegwerfen kann, die man als „Zweitschrift“ erstellt und idealerweise in einen Ordner geheftet hat.

Alle Sinne einbeziehen:

Sind Sie eher optisch, akustisch oder haptisch orientiert? Sagen Sie eher „da blicke ich nicht durch“, oder „ich verstehe das nicht“ oder „ich begreife das nicht“? Je nach Typ, kann lesen, anhören oder „ausprobieren“ des Lernstoffs eine bessere Möglichkeit sein, um ihn zu behalten. Da die meisten Menschen „Mischtypen“ sind, empfiehlt sich die Abwechslung in der Wahl der Lernmethode: Bücher lesen, Filme anschauen, Zeichnungen anfertigen, beim Autofahren CDs hören oder auch während der Ausbildung bereits eine praktische Fortbildung zu einem Thema belegen. Heilpraktiker-Anwärter sind in vielen Veranstaltungen willkommen.

Merken durch Denken ersetzen:

Da man unstrukturierte Lernstoffe weniger gut behält als Regeln oder Gesetzmäßigkeiten, lohnt es sich, beim Lernen darauf zu achten, wie man sich die jeweilige Antwort auf eine fiktive Frage „herleiten“ könnte. Auch die „Eselsbrücken“ funktionieren auf diese Weise. Z.B. gibt es fünf englische Wörter, die mit „f“ beginnen, die die Risikofaktoren für Gallensteine beschreiben (female, forty, fair, fertile, fat).

Wiederholen:

Das Gedächtnis gleicht einer Bahn, die von einem Feldweg zur Autobahn wird, je öfter sie benutzt wird. Deshalb geht Lernen am Anfang zäh, wird aber immer schneller und leichter. Um etwas zu behalten, soll es ca. sieben Mal wiederholt werden. Wiederholen Sie Gelerntes gleich am nächsten Tag und dann in immer größeren zeitlichen Abständen. Schaffen Sie sich Gelegenheiten zum Wiederholen von Sachverhalten, indem Sie z.B. Zettel mit den Standard-Blutwerten griffbereit in der Handtasche haben. So können Sie sich jederzeit, z.B. beim Busfahren, damit beschäftigen.

Lernkartei:

Teilen Sie die Kartei in fünf Fächer auf. Zunächst wird jeweils eine Frage auf eine Karte geschrieben (ideal sind dazu Fragen aus alten Prüfungen, die man sich z.B. bei www.kreawi.de herunterladen kann). Alle Kärtchen kommen in das erste Fach. Beantwortet man eine Karte richtig, kommt sie in das zweite Fach, bei falscher Antwort zurück ins erste. Das erste Fach wird täglich bearbeitet, das zweite erst dann, wenn es fast voll ist. Danach systematisch verfahren: richtige Antwort = ein Fach weiter, falsche Antwort = zurück in Fach 1 (!). Der bereits gelernte Stoff wird so erst dann wieder im Gedächtnis verstärkt, wenn er zu verblassen droht. Erfordert Disziplin!

Heilpraktikerprüfungstrainer:

Wer statt Karteikarten lieber den PC nutzt, kann mit dieser einfachen, intuitiven Lern-Software ohne lange Einarbeitungszeit Prüfungsfragen bearbeiten. Das Ergebnis des Tests/Trainings kann man sich in einer Ergebnisliste anschauen. Auf einen Blick erkennen Sie, ob Sie bestanden hätten bzw. bei welchen Themen Ihr Wissen noch nicht ausreicht. Mehr dazu Heilpraktiker Prüfungstrainer

Zahlen und Bilder:

Wer sich Zahlen schlecht merken kann, kann diese mit Symbolen belegen, die dann beim Erinnern mit einem Bild oder einer Geschichte belegt werden. Z.B. die Anzahl der Wirbel ist 24. Dafür könnte man einen Adventskalender oder eine Uhr nehmen.

Loci-Methode:

Basis dieser Technik ist ein Weg, an dem sich markante Punkte befinden. Kommt man z.B. in die eigene Wohnung, geht man zuerst durch die Eingangstüre, an der Garderobe vorbei, biegt am Schuhschrank links ab in die Küche…Was man sich merken will, legt man gedanklich an den jeweiligen Punkten ab. So könnte man sich z.B. die einzelnen Stufen des Herzleitungssystems merken. Wo warten die Purkinje-Fasern?

Lerngruppen:

In einer Gruppe, deren Ziel es ist, die HP-Prüfung zu schaffen, hat doch jeder sein Lieblingsgebiet oder bringt ggf. mehr Erfahrung mit. Nutzen Sie die Vorteile eines Lern-Netzwerks, indem Sie sich gegenseitig ergänzen, aber auch bei Laune halten. Das geht „live“ an angenehmen Plätzen oder auch virtuell via e-mail.

Kleine Erfolge genießen:

Auch wenn die Prüfung nicht beim ersten Mal klappt, ist sie doch eine Art „Anzeiger“, wo man selbst steht und was man schon alles geschafft hat. Die nicht richtig beantworteten Fragen zeigen auf, wo man noch nacharbeiten muss.

Surftipp:

www.memoryxl.de
Homepage der Europäischen Gesellschaft zur Förderung des Gedächtnisses e.V. Hier erklären Profis ihre Methoden. Trainingsprogramm kostenlos zum Download.

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