Erste Hilfe in Stress-Situationen

Das Herz klopft, der Blutdruck steigt, das Gedächtnis ist ein tiefes, schwarzes Loch. Hier ist Krisenmanagement durch schnelle Entspannung mit einfachsten Hilfsmitteln gefragt.
Körperliche Reaktionen dieser Art (z.B. vor oder während Ihrer Prüfung) entstehen dadurch, weil Ihr Körper „mobil“ macht. Durch die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin wird Energie bereitgestellt. Der körperliche Zustand entspricht dann dem eines Steinzeitmenschen, der sich gerade auf eine Flucht- oder Kampfreaktion einstellt. Der gesamte Organismus konzentriert sich auf Lebenserhaltung. Spürbare Auswirkungen sind z.B.
  • Reduktion des Denkvermögens zugunsten von Reflexen
  • Muskelanspannung, um sofort „sprungbereit“ zu sein
Typisch für diese Reaktionen sind Situationen, in denen der Ausgang ungewiss und nicht nur von Ihnen abhängig ist. Die individuelle Bewertung der „Lage“ („das schaffe ich nie“) vernebelt oft die objektive Situation und kommt als zusätzlicher Stressfaktor hinzu.
Ziel aller nachfolgend beschriebenen Verfahren ist, die Situation zu neutralisieren, damit die „negativen“ Auswirkungen ausgeschaltet, bzw. reduziert, die positiven (hellwach, aktiv sein) aber erhalten bleiben. Die Techniken dienen dazu, Ihren Gedankenfluss unterbrechen, Ihre Leistungsorientierung für einen Moment los zu lassen und Muskelanspannung und die Körper-Stresschemie herunter zu fahren.
1. Bewegung: Ortswechsel, wenn möglich an die frische Luft, zügig gehen.
2. Bauchatmung: Bequem hinsetzen; Rücken gerade halten und Kopf locker auf den Schultern ruhen lassen. Fünfmal bewusst tief in den Bauch ein und ausatmen. Darauf achten, wie sich die Bauchdecke hebt. Danach eine Pause machen und den Atem frei fließen lassen. Mehrfach wiederholen.
3. Visualisierung: Ein schönes Bild oder eine schöne Stimmung visualisieren.
4. Selbstsuggestion: “Ich bin ganz ruhig“ oder ein unsinniges Wort (z.B. „Trariwarium“) wiederholt vor sich hinsagen.
5. Reize reduzieren: Augen schließen, an einen stillen Platz gehen.
6. Nervennahrung: Bananen, Sesamriegel, Nüsse knabbern (Magnesium!)
7. Stress wegspülen: Heißes Wasser (keinen Kaffee, keinen Schwarztee!) trinken. Es schwemmt die bei Stress vermehrt freigesetzten Stoffwechsel- schlacken aus, entspannt die Gefäße und erwärmt das sogenannte „Sonnengeflecht“ im Oberbauch.
8. Kühlen Kopf bewahren: Mit einem Eiswürfel das „dritte Auge“ und die Stirn massieren.
9. Rennfahrertechnik: Einatmen und dann ausatmen…ausatmen…ausatmen; Einatmen, beim Ausatmen die Schultern fallen lassen.
10. Naturheilkundliche Hilfsmittel:
a) Bachblüten Rescuetropfen: 4 Tropfen auf 1 Glas Wasser;
b) An reinem, ätherischen Lavendelöl schnuppern.

Extratipp, wenn alle Augen auf Ihnen ruhen (z.B. in der „Mündlichen“)

Halten Sie unauffällig die Kuppen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand und Daumen, Mittel- und Ringfinger der linken Hand sanft wie eine Prise Salz aneinander. Krallen Sie die Zehen mit aller Kraft zusammen, halten Sie die Spannung für einige Sekunden und lassen Sie beim Lösen der Spannung alle nervöse Energie in den Boden entschwinden. Jeder Mensch ist ein Individuum. Was bei Ihnen am besten und schnellsten wirkt, können Sie nur durch Ausprobieren herausfinden. Und: üben!

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