Knoblauch und Konsorten

Der Volksmund gibt der Knolle mit dem gewürzhaften Geschmack Namen wie Knobel, Knoflak, Gruserich oder Knoblich. Alle sind sie zugehörig der Pflanzenfamilie der Liliengewächse und enthalten das ätherische Öl mit den übelriechenden Alkalisulfiden, Allicin und den mehr oder weniger stark vertretenden Tränenreizstoff Thiopropionaldehyd.

Knoblauch und Konsorten sind gewürzhafte Beigaben für Speisen und Soßen aber auch Heilpflanzen, die den Husten lindern, erwärmen und reinigen, antibakteriell wirken und den Würmern in Darm feindlich gesinnt sind. Der als Heilpflanze verwendete Teil ist beim Bärlauch das oberirdische Kraut, bei der Zwiebel wird medizinisch die Knolle verwendet und beim Knoblauch der Teil, der am besten stinkt!

Bereits in alten Kräuterbüchern ist zu lesen, Knoblauch erwärmt und trocknet den feuchten und kalten Magen, öffnet die Verstopfung, vertreibt Winde und Würmer und hilft wider die Bisse der Schlangen und Hunde. Knoblauch widersteht jedem Gift, deshalb nannte ihn Galenius „Theriacam rusticorum“, der Theriak der Bauern.

Wird Knoblauch zur Senkung des erhöhten Blutdrucks verwendet, dann verbindet man die Eigenschaften mit den Heilpflanzen Weisdorn, Mistelkraut und Olivenbaum. Die Blutdrucklage eines Menschen steht im Zusammenhang mit typischen energiebezogenen Verhaltensweisen. Der Blutdruck ist Ausdruck der Dynamik des Menschen. Derjenige, der dazu neigt, Widerständen auszuweichen, Verantwortung zu scheuen, zur Verfügung stehende Lebenskräfte zu verweigern, um sie nicht in Tatkraft umsetzen zu müssen – oder jener der sich ungeliebt fühlt, der sich enttäuscht in sein Inneres zurückzieht, neigt bevorzugt zu erniedrigtem Blutdruck. Es fehlt überall am nötigen Druck.

Andererseits wird derjenige eine Erhöhung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz heraufbeschwören, der Spannungsfelder sucht und ständig in Konfliktsituationen steht, ohne eine Lösung herbeizuführen – nicht zuletzt deshalb, weil Vergessen und Vergeben schwer fallen. Ein anderer Grund für zu hohen Druck liegt häufig im Überfordertsein durch Erwartungen von außen. Hier muss man lernen, die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit zu erkennen und „nein“ sagen zu üben.

Allium cepa, die Zwiebel

Zwiebel als Gewürz ist ein Universalheilmittel bei körperlicher und geistiger Erschöpfung, bei Schlaflosigkeit, Arteriosklerose, bei erhöhten Blutfetten, Lungenleiden und Asthma. Zwiebel ist stark bakterizid, besonders Strepptokokken und Bazillen gegenüber. Wer mit einer Erkältung im Bett liegt, der macht sich wie folgt einen Zwiebeltee. Eine Küchenzwiebel klein schneiden und mindestens 10 Minuten in Wasser köcheln. Die Zwiebeln abseihen und den Tee noch warm schluckweise trinken.

Allium sativum, der Knoblauch

Was über die Zwiebel gesagt wurde, gilt auch und zwar in noch größerem Maße für den Knoblauch. Er wirkt stark gefäßerweiternd. Dononäus bezeichnet in seinem 1554 erschienenen Kräuterbuch den Knoblauch als „Fürsten unter den Heilmitteln der Bauern und Landleute“. Er schreib aber auch „Knoblauch ist schädlich und abträglich allen Cholerikern und derjenigen Menschen, die von Natur aus Hitzköpfe sind“.  Die robuste Art des Knoblauchs passt zum phlegmatischen Typ, der recht gut einen Ausputzer in Pflanzenform brauchen kann.

Von Knoblauch ist in Fällen von Herzbeschwerden abzuraten, wenn sie auf zu viel geballte Energie zurückzuführen ist. Hingegen ist Knoblauch richtig gewählt, wenn sich die Energie nicht äußern kann, weil der Betreffende in eine Passivität fällt.

Ungeregelte Funktionen von Körper und Geist können auf unverdaute und unverarbeitete Eindrücke zurückzuführen sein – es kann zu seiner Art von Selbstvergiftung kommen. Der Mensch gerät dann aus dem seelischen Gleichgewicht. Knoblauch hat eine stark entgiftende Wirkung auf die Därme und auf die Blutgefäße.

Allium ursinum, der Bärlauch

Man nennt den Bärlauch auch wilden Knoblauch. Vom Bärlauch verwendet man die Blätter, welche stark schwefelhaltig sind und auf die Haut, die Knochen und auf die Bronchien wirken, wenn diese verschleimt sind. Auch Blähungsbeschwerden im Darm mit Brennen im Unterleib und starkem Harndrang bei Blasenreizung können mit Bärlauch hervorragend bekämpft werden. Bärlauch kann mit der vollen Wirkung frisch als Salat gegessen werden. In Öl gedämpft ergibt er ein feines, spinatartiges Gemüse, wobei ein Teil der Wirkung verloren geht. Bärlauch-Pesto ist ein leckerer Brotaufstrich. Andere Mitglieder der Knoblauchfamilie sind der Allermannshanisch und der Schnittlauch. Knoblauch ist nicht jedermanns Geschmack, nach diesem Kriterium könnte man die Völker in zwei große Gruppen einteilen, in die der Allium-Verehrer und der Allium-Verweigerer.